Kopfstimme, Bruststimme, Mix

Zunächst die Definitionen der begriffe Kopfstimme und Bruststimme aus dem Gesangswiki:

 

Kopfstimme

Die Kopfstimme ist eine bestimmt stimmliche Funktion. Sie heißt Kopfstimme, weil die meisten Sänger beim Singen in der Kopfstimme die Resonanz (Vibrieren) hauptsächlich am oberen Hinterkopf spüren. Der Ton wird natürlich dennoch im Kehlkopf von den Stimmlippen produziert.

Je höher ein Sänger oder eine Sängerin in der Kopfstimme singt, desto mehr spannen sich die Stimmlippen, die Masse im Stimmband nimmt ab, da sich der Musculus Vocalis entspannt. Die Vibration im Stimmband wandert zunehmend an die Randkanten und die Stimmlippen bleiben während des Singens zu zwei Dritteln geschlossen, während nur noch ein Drittel der Stimmlippen schwingt.

Grundsätzlich können sowohl Männer als auch Frauen in der Kopfstimme singen. Im Gesangsunterricht sollten die Brust- und die Kopfstimme trainiert werden.

 

Bruststimme

Die Bruststimme ist eine bestimmte stimmliche Funktion. Sie heißt Bruststimme, weil die meisten Sänger beim Singen in der Bruststimme die Resonanz (Vibrieren) hauptsächlich auf der Brustplatte spüren. Der Ton wird natürlich dennoch im Kehlkopf produziert.

In der Bruststimme schwingen die Stimmlippen auf ganzer Länge, der Musculus Vocalis hat eine erhöhte Spannung, was dazu führt, dass die Stimmlippen mehr Masse haben. Mehr Masse bedeutet, dass etwas mehr Druck von der Luftsäule unterhalb der Stimmbänder benötigt wird, um die Stimmlippen zum Schwingen zu bringen. Gleichzeitig geht die Vibration bis tief in die Stimmlippen. Grundsätzlich können sowohl Männer als auch Frauen in der Bruststimme singen. Im Gesangsunterricht sollten die Kopf- und die Bruststimme trainiert werden.

 

Kommentar:

Den meisten Frauen fällt es wesentlich leichter, in der Kopfstimme zu singen, als Männern. Dafür haben die Frauen oft Defizite in der Bruststimme. Gerade für moderne Songs aus allen sparten der Pop-Musik ist es aber für Frauen wichtig, auch die Bruststimme beim Singen zu benutzen. Ich habe im Unterricht viele Frauen, die zum ersten Mal in ihrem Leben anfangen, ihre Bruststimme beim Singen zu verwenden. Zu Anfang empfinden viele Frauen das Singen in der Bruststimme als seltsam. Viele sagen, dass es sich nicht anfühlt, als würden sie singen. Das ist zunächst in Ordnung. Singen bedeutet für mich sprechen auf Tönen. Im Gesang werden die Töne gedehnt und eventuell noch mit Vibrato versehen. Die Gesangsstimme sollte immer auf der Sprechstimme aufbauen.

Möchte man auch höhe Töne mit einem für Pop-Musik geeigneten Klang singen, ist es wichtig, eine Mix-Stimme zwischen Brust und Kopfstimme zu entwickeln. Das gilt sowohl für Männer als auch für Frauen. Um diesen Mix zu entwickeln, ist es zunächst notwendig, die Kopf und die Bruststimme zu trainieren. Hier besteht für viele Männer die Herausforderung darin, ihre Kopfstimme auszubauen. Männer singen in der Regel in der Bruststimme und vernachlässigen dabei die feine Funktion der Kopfstimme, die für einen guten Mix unerlässlich ist. Hierzu gibt es eine Vielzahl von Übungen, die unter professioneller Anleitung im Gesangsunterricht erlernt werden können.

 

München, den 16. Dezember 2012

 

Martin Daniel Selle

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0